Bericht vom Hans-Behnke-Pokal am 27. November
2010 in Trittau
Beim
diesjährigen Jahresabschlusswettkampf des KTV Stormarn konnten sich die
Veranstalter richtig freuen: Denn nach rückläufigen Meldezahlen in den letzten
Jahren schoss die Teilnehmerzahl beim traditionellen Hans-Behnke-Pokal und dem
parallel ausgetragenen Mini-Pokal diesmal deutlich in die Höhe: Trotz einiger
kurzfristiger Absagen marschierten 41 Turnerinnen in die Halle ein, die sich in
neun Wettkämpfen messen wollten. Das weitaus größte Feld mit erstaunlichen 16
Turnerinnen kämpfte um den Hans-Behnke-Pokal, der seit etlichen Jahren
ausschließlich von Trittauer Turnflöhen gewonnen wurde. Erfreulich auch die
ansteigende Zahl der meldenden Vereine: Der TuS Hoisdorf (6 Teilnehmerinnen), SV
Großhansdorf (14), TSV Bargteheide (11), VfL Oldesloe (2) waren vertreten. Dazu
natürlich acht Turnflöhe aus Trittau, von denen gleich sieben im
Hans-Behnke-Pokal antraten. Die Turnflöhe erzielten aber auch die maximal
mögliche Ausbeute mit zwei ersten Plätzen, einem zweiten und einem dritten
Platz. Und auch dieses Jahr blieb der wichtigste Pokal, der Hans-Behnke-Pokal,
wieder in Trittau. Den erfolgreichsten Verein im Mini-Pokal stellte aber ganz
klar der SV Großhansdorf, der gleich fünf Pokalgewinne feiern konnte.
Hans-Behnke-Pokal (KM3)
Der
Hans-Behnke-Pokal war als Wettkampf für alle Jahrgänge ab 1998 ausgeschrieben,
so dass hier Turnerinnen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren aufeinander trafen. Durch das große Teilnehmerfeld waren Prognosen schwieriger als in
den vergangenen Jahren, doch im Vorfeld immer wieder genannt als Geheimfavoritin
wurde Lena Zdun. Und das, obwohl die Fünfzehnjährige bislang noch nie an einem
Kürwettkampf teilgenommen hatte, sondern jahrelang sehr erfolgreich die
A-Version der P-Stufen turnte. Erst zwei Wochen zuvor hatte Lena noch ihre
Mannschaft beim Kieler Pokalturnen zum Sieg geführt und musste sich nun in
Rekordzeit auf die anspruchsvollere Kür Modifiziert 3 einstellen.
Doch die
Umstellung gelang Lena mit Unterstützung ihrer Trainerin Antje offensichtlich
ganz hervorragend: Hochkonzentriert meisterte Lena ihre Übungen in ihrem
ruhigen, präzisen Turnstil. Nach einem guten Start am Barren (12,20 Punkte)
zeigte sie die zweitbeste Übung am Schwebebalken (10,45 Punkte). Den Sprungtisch
kann man wohl als Lenas Paradegerät bezeichnen: Besser als jede andere Turnerin
an diesem Tag vollführte sie den Handstandüberschlag über den Tisch. Belohnt
wurde sie mit 13,00 Punkten. Danach genügte ihr eine durchschnittliche
Bodenübung (11,00 Punkte), um sich den begehrten Hans-Behnke-Pokal zu sichern.
Lenas Freude war natürlich riesengroß, denn aufgeregt war sie vor dem Wettkampf
schon, auch wenn ihr dies nicht unbedingt anzumerken war. Lenas Wechsel ins Kürturnen war
eine sehr gute Entscheidung. Im nächsten Jahr wird sie vermutlich nicht mehr nur
als Geheimfavoritin an den Start gehen.
Nicht
so weit vorne hatte man Mareen erwartet, die es bei ihrer ersten Teilnahme am
Hans-Behnke-Pokal aber gleich aufs Treppchen schaffte. Dafür musste sie
allerdings auch einen sehr guten Wettkampf turnen: Sie startete gleich mit der
zweitbesten Barrenübung aller Teilnehmerinnen in den Wettkampf (12,25 Punkte).
Am Schwebebalken musste Mareen nach ihrer eigentlich schon gestandenen
Rückwärtsrolle doch noch zu Boden, daher blieb sie hier unter 10 Punkten. Doch
danach zeigte sie den wohl besten Satz über den Sprungtisch, der ihr bislang in
einem Wettkampf gelungen ist. Die Kampfrichter vergaben dafür 12,65 Punkte, die
dritthöchste Wertung des Tages. Mareen war sich bewusst, dass sie nach drei
Geräten gut im Rennen um einen der vorderen Plätze lag, und bei ihrer Bodenkür
gab sie noch einmal alles: Mit 11,75 Punkten erzielte sie auch hier eine hohe
Wertung. In der Endabrechnung lag sie nur 0,35 Punkte hinter Lena auf Rang 2 und
freute sich nicht weniger als die Siegerin.
Auch
Nantje hatte allen Grund zur Freude. Im vergangenen Jahr konnte sie
verletzungsbedingt nicht teilnehmen, bei ihrer ersten Teilnehme am
Hans-Behnke-Pokal im Jahre 2008 hatte sie das Siegertreppchen knapp verpasst.
Dieses Jahr nun klappte es: In dem hart umkämpften Wettkampf gelang ihr die
beste Bodenübung, für die sie 12,30 Punkte erhielt. Auch am Stufenbarren lag
Nantje mit 12,20 Zählern weit vorne im Teilnehmerfeld. Ähnlich wie Mareen
erlaubte sich Nantje einen Sturz vom Schwebebalken. 11,75 Punkte beim Sprung
komplettierten Nantjes starken Auftritt.
Damit
waren die drei Podiumsplätze im Hans-Behnke-Pokal vergeben, doch auch die
übrigen vier Trittauerinnen zeigten teilweise sehr gute Leistungen und landeten
dicht gedrängt im Mittelfeld. Denn während sich die ersten Drei punktemäßig
etwas absetzen konnten, lagen zwischen Rang vier und zehn lediglich 1,25 Punkte.
Lisa schaffte es auf einen guten fünften Platz und freute sich sicherlich über
die beste Schwebebalkenübung des Tages (10,75 Punkte). Fünf hundertstel Punkte
fehlten Lisa auf Rang 4, der von der Hoisdorferin Marie Christian belegt
wurde. Lydia landete mit weiteren fünf Hundertsteln Abstand einen Platz
dahinter. Sie zeigte die beste Barrenübung (12,30 Punkte) sowie die drittbeste
Bodenkür (11,85), jedoch machte der Schwebebalken Lydias Hoffnungen auf eine
Spitzenplatzierung zunichte. Laura zeigte einen ausgeglichenen Wettkampf ohne
große Schwächen, sie erreichte Rang sieben mit nur 0,2 Zählern Abstand auf
Lydia. Alina belegte Rang zehn in dem sechzehnköpfigen Teilnehmerfeld. Ihr
gelang die zweitbeste Barrenübung des Wettkampfes (12,25 Punkte).
Mini-Pokal Jahrgang 1999 (KM3)
Nele
war die einzige Trittauerin, die nicht am Hans-Behnke-Pokal teilnahm, sondern
entsprechend ihrem Jahrgang noch beim Mini-Pokal antrat. Sie hatte sich fest
vorgenommen, den Siegerpokal zu gewinnen, denn schließlich wird auch sie
nächstes Jahr gegen die Großen im Hans-Behnke-Pokal turnen müssen. Und ihr Sieg im vergangenen Jahr
beim Mini-Pokal fühlte sich nicht wie ein solcher an, war Nele in der KM3 doch
die einzige Teilnehmerin ihres Jahrgangs. Diesmal durfte sie dagegen ihr Können
im direkten Vergleich mit Francesca Lamperti vom TSV Bargteheide und Raissa
Schlimm vom TuS Hoisdorf unter Beweis stellen. Francesca und Nele lieferten sich
ein abwechslungsreiches Duell: Während Francesa am Sprungtisch und am Barren die
höheren Wertungen erzielte, hatte Nele am Schwebebalken und bei der Bodenkür die
Nase vorn. In der Endabrechnung gewann Nele den Wettkampf des Jahrgangs 1999 mit
0,80 Zählern Vorsprung.
Fazit
Damit
ist wieder ein Turnjahr vorüber. Die Turnflöhe können dabei auf sehr ansehnliche
Erfolge zurückblicken, vor allem in der Kür Modifiziert turnen sie auf einem
Spitzenniveau, wie ein kurzer Rückblick auf die Ergebnislisten des Jahres zeigt: